Fusion: Polizei spricht von störungsfreiem Festivalverlauf

Auch in diesem Jahr fand die Fusion auf dem ehemaligen sowjetischen Militärflugplatz in Lärz, einem 500-Einwohner-Dorf in Mecklenburg-Vorpommern, statt. Die 26. Ausgabe des alternativen Musikfestivals lockte erneut rund 80.000 Besucher:innen an. Vom Veranstalter liegt noch keine Bilanz vor. Die Polizei spricht von einem insgesamt ruhigen und störungsfreien Festivalverlauf.

Laut Polizeibericht wurden insgesamt 209 Anzeigen erstattet, darunter 114 wegen Fahrens unter Drogeneinfluss sowie 63 wegen des Verdachts auf Drogenbesitz. Im Rahmen stichprobenartiger Kontrollen bei der An- und Abreise, unter anderem am Bahnhof Neustrelitz sowie auf den Zufahrtsstraßen, stellte die Polizei Betäubungsmittel im geschätzten Straßenwert von rund 18.000 Euro sicher. Ziel der Maßnahmen sei laut Einsatzleiter Falko Haack gewesen, die größtmögliche Verkehrssicherheit während des Festivals zu gewährleisten. Bundespolizei und Zoll stellten bei einem österreichischen Gast rund 1,8  Kilogramm mutmaßlich mit Kokain versetzte Fruchtgummis sicher. Ein Ermittlungsverfahren wurde eingeleitet. Die weiteren Untersuchungen übernimmt das zuständige Zollfahndungsamt. Insgesamt wurden während aufgrund der Kontrollen sechs Haftbefehle vollstreckt.

Das Polizeizelt am Bahnhof Neustrelitz (Foto: Privat)
Das Polizeizelt am Bahnhof Neustrelitz (Foto: Privat)

Die Polizei war während des gesamten Festivals mit einer mobilen Wache am Rande des Festivals vor Ort und für Besucher:innen erreichbar. Dort wurden unter anderem Anzeigen wegen Sachbeschädigung, Diebstahl und Körperverletzung aufgenommen.

Die An- und Abreise verlief entgegen den Erwartungen weitgehend reibungslos. Zur Entlastung der Bahnen wurden zusätzliche Bassliner-Busse eingesetzt, zudem verkehrten Sonderzüge der S1 auf der Strecke zwischen Berlin und Oranienburg. Die Zufahrt zum Festivalgelände war zeitweise ein Knotenpunkt, an dem es zu kurzen Staus kam. Die Polizei beschreibt die An- und Abreise trotzdem als „geordnet und störungsfrei”.

Eine Besucherin des Festivals wurde am vergangenen Freitag in kritischem Zustand in ein Krankenhaus eingeliefert und befindet sich weiterhin in Lebensgefahr. Ob Drogen im Spiel waren, wird derzeit von der Polizei Neubrandenburg ermittelt.

Ein weiterer Zwischenfall ereignete sich im Ort Lärz. Ein offenbar orientierungsloser Festival-Gast drang in ein Privathaus ein und begann bei Eintreffen der Polizei im Badezimmer zu randalieren. Laut einer Polizeisprecherin befand sich der Mann in einem „psychischen Ausnahmezustand”. Er verletzte sich dabei selbst, sodass Sanitäter hinzugezogen werden mussten.

Die Fusion ist ein alternatives Musik- und Kunstfestival, das seit 1997 jährlich auf dem Gelände in Lärz veranstaltet wird und rund 80.000 Besucher:innen anzieht. Über mehrere Tage hinweg bespielen zahlreiche Acts aus verschiedensten Genres mit einem Schwerpunkt auf elektronischer Musik rund 30 Bühnen, auf denen Tag und Nacht getanzt, gefeiert und performt wird.

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