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Groove#126
Mit großem Herzen
Tensnake
2010 ist das Jahr von Marco Niemerski. Mit seinem Projekt Tensnake schafft der Hamburger einen eleganten Spagat zwischen spezialisiertem Disco-Kennertum und massenkompatibler Radiotauglichkeit. Sein Track „Coma Cat“ lief monatelang in sämtlichen Clubs auf Dauerrotation und hat sich vor allem in Großbritannien zu einem Konsenshit entwickelt. Niemerskis Leidenschaft für die elektronische Discophase der frühen achtziger Jahre stillt er durch detailgetreue Rekonstruktion – und mit Mut zur großen Geste.
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Groove#125
Die Schönheit des Originals
Radio Slave
Produzenten von Clubmusik arbeiten meist an einer ganz bestimmten stilistischen Baustelle. Als einer der wenigen Universalisten der Szene entwickelt Matt Edwards in seinen zahllosen Produktionen und Sets eine eigene Sichtweise auf das vielschichtige Geschehen der elektronischen Musik. Sein Spektrum reicht dabei von den unterschiedlichen Schattierungen von House über Ambient bis Popmusik. Unter dem Pseudonym Radio Slave hat er dem Clubsound der nuller Jahre wie kaum ein anderer Musiker seinen Stempel aufgedrückt. Mit seinem neuen Projekt Machine will Edwards nun den Dancefloor und dessen Beschränkungen hinter sich lassen.
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Groove#124
Ein Ton, zwei Töne, Schluss
Actress
Nur selten wagen es Produzenten, die Grenzen der Ausdrucksformen von Techno so extrem auszutesten, wie es der Londoner Darren Cunningham unter dem Künstlernamen Actress macht: Sein zweites Album Splazsh ist eine Tour de Force aus ebenso mitreißenden wie eigenwilligen Klanggebilden, die sich jeglicher Genrekonvention widersetzen. Der ehemalige Fußball-Profi Cunningham hat die Unberechenbarkeit zum Programm gemacht und ist sowohl als Produzent, als auch als DJ und Labelbetreiber immer für eine Überraschung gut.
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Groove#122
Leid mit der leisesten Andeutung eines Augenzwinkern
Pantha Du Prince
Hendrik Webers Projekt Pantha du Prince ist seit Langem bekannt für seine Kajalstift-umrandete Version von Techno, mit knackigen maschinellen Rhythmen, die sich in wallende Falten romantischer Herrlichkeit kleiden. Pantha du Prince' neues Album Black Noise schließt nun den Kreis zwischen seinen Shoegazing-Wurzeln und dem Clubmusik-Milieu – nicht zuletzt, weil es auf dem britischen Kultlabel Rough Trade erscheint, das seit mehr als dreißig Jahren die Grenzen kopflastiger, konzeptueller Popmusik ausweitet. Black Noise ist mehr als nur ein HoÅNrvergnügen, es zeigt Weber auf einer philosophischen Reise zu den Wurzeln von Klang, digitaler Darstellung und Sehnsucht.
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Groove#120
In jedem Sinne körperlich
Matias Aguayo
Zwischen Buenos Aires und Paris hat Matias Aguayo in den vergangenen zwei Jahren sein neues Album Ay, Ay, Ay!! mit psychedelischem Techno aus geschichteten menschlichen Stimmen gefüllt. Der Geist dieser Platte entstammt der in ganz Südamerika stattfindenden Partyreihe Bumbumbox und dem Label Cómeme, die der Deutsch-Chilene Aguayo beide mitbetreibt. Die körperbetonte, swingende und sexuell aufgeladene Musik, die in diesen Zusammenhängen entsteht, könnte den sozialen Kontrollraum Club auflockern.
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Groove#118
Moderat
Ein bisschen Größenwahn darf schon dabei sein
Techno, Theater und Proberaum – die Berliner Modeselektor und Apparat zeigen, wie all das zusammengeht. Das Dreamteam all jener Dance-Abteilungen, denen Einsortierer ratlos das Etikett „leftfield“ aufkleben, macht ab sofort gemeinsam Musik: Moderat-Pop. Der klingt weniger nach dem großen Rumms von Modeselektor, aber schön nachhaltig nach Rundumerlebnis. Man darf darauf wetten: Damit werden Moderat Konzertsäle genauso erobern wie Festivalbühnen.
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Groove#117
Berlin-Bristol-Bass
Dubstep-Techno
Das Turteln ist vorbei, mittlerweile ist zwischen Dubstep und Techno eine heftige Liebesaffäre entbrannt. Ganz vorne bei dieser Liaison mischen Musiker, Labels und Produzenten aus Bristol und Berlin mit. Die Musik, die dabei entsteht, ist die aufregendste dieser Tage – und hat doch noch nicht mal einen Namen. Enteignen wir also einfach ein altes, zu Recht untergegangenes Genre und nennen das Ganze: Techstep. Gerade ist alles wieder offen.
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Groove#116
Animal Collective
Sie steigen nie zweimal in denselben Fluss
Wenn es ein stichhaltiges Argument gegen den anschwellenden Pop-Pessimismus und seine Klage gibt, es werde heute keine originelle Musik mehr produziert, dann ist es diese Gruppe: Seit neun Jahren schon erfinden sich Animal Collective fortwährend neu, mit jeder ihrer Platten. Ihre ebenso ekstatischen wie unheimlichen Stücke haben sie zu als eine der experimentierfreudigsten Gruppen der gesamten Popmusik bekannt gemacht. Auf ihrem neunten Album Merriweather Post Pavilion überrascht die Band nun mit einem ebenso eingängigen wie rhythmisch-elektronischen Sound. Und auch wenn Animal Collective nun nicht etwa zu Techno-Musikern geworden sind, so kann man sie sich doch ohne Techno heute nicht vorstellen.
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Groove#115
Rhein-Main-House
Repetition in der Region
Zwischen Mannheim und Frankfurt am Main befreit zurzeit eine junge Szene die Loops und Samples aus dem Würgegriff der Echokammern – und holt so das Rhein-Main-Gebiet zurück auf die internationale Party-Landkarte: Bei Oslo und Cécille darf Tanzmusik reduziert sein, muss aber immer so konkret und knackig pumpen wie die Windy City Mitte der Neunziger. Die klassische Bumm-Tschack-Formel wird dabei unter den Bedingungen der aktuellen Feierkultur neu auf ihre Gültigkeit überprüft. Das Geheimnis des Erfolgs dieser Gruppe ist eigentlich gar keins: Beat plus Sample gleich Hit.
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Groove#114
Umhüllt wie von Körperwärme
Funktion One
Seit zehn Jahren beschallen die Lautsprecher von Funktion One weltweit Clubs, Festivals und Konzerte. „Der Unterschied zwischen schlechtem und gutem Klang ist wie der Unterschied zwischen grässlichem Wetter und einem sonnigen Tag“, sagt der Unternehmensgründer Tony Andrews: „Beides ist Wetter, aber das eine schlägt aufs Gemüt, das andere hebt die Laune.“
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Groove#113
Die Zeit ist reif für radikale Brüche
Flying Lotus
Eine Welt ist denkbar, in der die Zukunftsmusik klingt wie ein dunkler, zäh fließender Strom, der alles an seinen Ufern mitreißt und sich gierig einverleibt. Flying Lotus lässt diese Vision Wirklichkeit werden: Mit Veröffentlichungen bei Plug Research und Warp hat der junge Produzent aus Los Angeles neuartige, atmosphärische Konsens-Electronica erschaffen. Von Dubstep-Jungspunden bis Portishead sind sich alle momentan einig: Flying Lotus ist größer als HipHop.
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Groove#112
Der Blick ins eigene Begehren
Marcel Dettmann & Ben Klock
Seit seiner Eröffnung 2004 hat sich das Berliner Berghain samt angeschlossenem Label Ostgut Ton zur weltweiten Master-Referenz für Techno entwickelt. Neben Len Faki gehören Ben Klock und Marcel Dettmann zu den stilbildenden Künstlern des Camps. Ihr Schaffen als DJs und Produzenten demonstriert: Beim Gesamtphänomen Berghain gehen Club und Label eine Verbindung ein, für die es in der Technogeschichte keine Vorbilder gibt.
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Groove#111
Starke Männer, starke Gefühle
Hercules & Love Affair
Mit ihrer Debüt-Single „Classique #2“ sorgten Hercules & Love Affair Ende vergangenen Jahres für viel Aufsehen. Der Kopf des Projekts, der 29jährige New Yorker Andrew Butler, zeigte damit, dass mitunter schon nur eine Maxi zum Durchbruch reichen kann. Wenn sie gut genug ist. Jetzt legen Hercules & Love Affair ein großartiges Album nach. Auf dem verheimlicht Butler nicht seine Verehrung von klassischen Disco-Produktionen und der Hochphase von Chicago-House und Detroit-Techno. Doch verbindet er deren Club-Deepness mit einem Gespür fürs Songwriting und für die Wahl besonderer Stimmen. Die bekannteste gehört Andrew Butlers bestem Freund: Antony Hegarty von Antony & The Johnsons.
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Groove#110
Es ist eine Familienangelegenheit
Luciano & Cadenza
Innerhalb von nur vier Jahren hat sich Cadenza zu einem der wichtigsten Labels im internationalen DJ-Musik-Betrieb entwickelt. Mit Luciano als einem von zwei Betreibern ruht das Plattenlabel mit Sitz in Berlin und in der Schweiz nicht nur auf den Schultern einer der strahlendsten Figuren, die das Nachtleben in den vergangenen zehn Jahren hervorgebracht hat. Durch seine Veröffentlichungspolitik, die lieber auf Originale als auf Nachahmer setzt, und dabei konsequent künstlerische Aufbauarbeit leistet, steht Cadenza momentan auch so gut da wie nie zuvor. Wir haben Luciano und seine (Wahl-)Familie in Genf besucht.
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Groove#109
In Räumen voller Ambivalenzen
Chloé
Mit der Veröffentlichung ihres ersten Albums The Waiting Room, fünf Jahre nach der ersten, popschwelgerischen EP „Erosoft“, setzt die Pariserin Chloé Thévenin genau das um, was man vor ihr erwartet hat: das Unerwartete. Statt die seit über zehn Jahren erprobte Dynamik ihrer DJ-Sets zwischen minimalem Techno, House und rohem Electro abzubilden, schreibt The Waiting Room die gewählte Differenz zwischen Produzentinnen- und DJ-Identität fest. Entstanden ist dabei ein atmosphärisch dichtes Wunderwerk, dessen Faszination sich aus dem ständigen Clash-Symbiose-Wechsel von Mehrdeutigkeiten speist: Nähe und Distanz, Kälte und Wärme, analog und digital – Song und Track. Anlass für einen Ortstermin in Paris, wo Chloé das neue Material bei ihrem allerersten Live Act präsentiert.
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Groove#108
IN DER MITTE EINES QUADRATS
HENRIK VIBSKOV
Henrik Vibskov ist momentan eine der eindruckvollsten Figuren zwischen den vier Polen Clubmusik, Clubmode, Avantgarde-Design und Kunst. So prägt der Däne seit einigen Jahren mit seinem Modedesign das Aussehen jener Sorte Menschen, die man vor allem in europäischen Clubs und Innenstädten antrifft. Mit knallenden Farbkombinationen, einprägsamen Mustern und neuartigen Schnitten hat er eine eigene Nische besetzt. Nebenbei stellt Vibskov noch Kunstwerke im New Yorker PS1 aus – und spielt Schlagzeug in der gefeierten Liveband von Anders Trentemøller. Ein Tausendsassa der Clubkultur.
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Groove#107
DAS IMPERIUM SCHLÄGT ZURÜCK
COCOON
Wahrscheinlich ist Sven Väths Cocoon das deutsche Techno-Camp, das weltweit am erfolgreichsten ist. So gehören unter anderem ein einzigartiger Club in Frankfurt, Partys auf Ibiza, eine der wichtigsten DJ-Booking-Agenturen sowie ein höchst erfolgreiches Label dazu. Sie alle zusammen machen Cocoon zu einer Marke, die rund um den Globus bekannt ist – zu einem kleinen Weltkonzern des Techno.
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Groove#105
DIE SUCHE NACH DEM BESTEN GROOVE
!!!
Live sind !!! ein Spektakel. Nicht umsonst gelten sie als eine der besten Dance-Bands. Mit dem Clubhit „Me And Giuliani Down By The School Yard“ gelang der achtköpfigen Band mit den Hardcore Punk-Wurzeln vor vier Jahren ihr Durchbruch. Mit ihrem neuen Warp-Album „Myth Takes“ veröffentlichen sie jetzt ihr bislang bestes Album.
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Groove#104
Die Reize seiner Unfassbarkeit
James Holden
Er ist einer der bemerkenswertesten Produzenten der letzten Jahre: Der Brite James Holden hat seine Trance-Jugendsünden unbeschadet hinter sich gelassen und mit Border Community ein erfolgreiches Label für melodiöse Clubtracks und ekstatische Hörmusik etabliert. Border Community lebt vor allem von der bewusst gewählten Randständigkeit sowie vom Elan Holdens und seiner jungen Labelclique. Nach etlichen Remixen ist nun mit "The Idiots Are Winning" die erste eigene James-Holden-Platte seit drei Jahren erschienen. Auf ihr zeigt er sich stilistisch unfassbarer als je zuvor. Zeit, ihn in London zu besuchen.
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Groove#103
Back to Main
Playhouse / Klang
Das Offenbacher Label-Dreigestirn Playhouse/Klang Elektronik/Ongaku Musik verwaltet das glitzernde Techno- und House-Erbe des Rhein-Main-Gebiets mit Platten, die im richtigen Moment nachdenken – und im richtigen Moment das Gehirn an der Garderobe abgeben. Demnächst steht ein Umzug nach Frankfurt an, in ein neues, schöneres Büro. Und endlich wieder ein eigener Plattenladen.
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Groove#101
Die Detroit-Chicago-Maschine
Theo Parrish
Der ein oder andere mag ihn schon abgeschrieben oder an das Muckertum verloren geglaubt haben: Theo Parrish, der Vollzeit-Missionar, Querdenker und das Enfant terrible polternder House-Musik aus dem mittleren Westen der USA. Oder was davon übrig blieb. Jetzt meldet sich der außergewöhnliche DJ und Produzent zurück – redseliger denn je. Ohne seine Band The Rotating Assembly, aber dafür mit einem viel versprechenden und tonnenschweren Solo-Album namens „Stereotype“.
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Groove#100
DIE WOLLEN NUR SPIELEN
HOT CHIP
Warum bitte gibt’s von denen noch keine Poster? Hot Chip, fünf stilsichere, studierte Gentlemen aus London, verkuppeln Electronica-Geklacker und eiernde House-Beats mit Folk-Romantik, Prince-Funk und Glücksspielmelodien. Nerv getroffen: Das ist weder Retro-Post-Punk noch Electroclash, sondern die Sensation des Sommers, zu der sich all das machen lässt, was man zum Sound einer ordentlichen Popband eben machen können muss: sein Herz verschenken, lachen, heulen, unter der Dusche trällern. Und natürlich tanzen. Wenn auch nicht unbedingt in der Panorama Bar.
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Groove#99
EIN PERFEKTIONIST DER GEFÜHLE
MATHEW JONSON
Mathew Jonson ist der enigmatischste unter den jüngeren Techno-Produzenten. Vom abgelegenen Vancouver im Westen Kanadas aus hat er nicht erst mit seinem Überhit „Decompression“ den zeitgenössischen Dancefloor im Sturm genommen. In kürzester Zeit ist sein Label Wagon Repair zu einem der produktivsten und markantesten Labels Nordamerikas geworden, und auch seine Bandprojekte Cobblestone Jazz und The Modern Deep Left Quartet werden immer präsenter. Zeit für ein Close-up.
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Groove#98
HOUSE ALS FREUNDSCHAFTSDING
ÂME, DIXON & HENRIK SCHWARZ
Es gibt Menschen, die wittern am Berliner Alexanderplatz die ganz große Renaissance von House, dieser geprügelten und immer wieder missverstandenen Seelenmusik. Mittendrin ein echter Connaisseur mit seinem frisch gegründeten und an Jazzanovas Sonar Kollektiv angegliederten Label: Auf Innervisions macht DJ Dixon mit einer Gruppe befreundeter Produzenten wie Âme oder Henrik Schwarz House – beziehungsweise das, was davon übrig blieb – auch für Phusion-Köpfe oder Techno-Fans wieder interessant.
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Groove#97
O BROTHERS WHERE ART THOU?
BOARDS OF CANADA
Über kaum eine Band, die so erfolgreich ist, ist so wenig bekannt wie über Boards Of Canada. Anlässlich ihres neuen Albums „The Campfire Headphase“ melden sich die beiden Schotten Mike Sandison und Marcus Eoin nach fast vier Jahren in einem seltenen Interview zurück und sprechen über ihre missverstandene letzte Platte, die Schwierigkeit, sich unter Erwartungsdruck weiterzuentwickeln und ihre Nostalgie-getränkte Electronica. Und überraschen gleich zu Beginn mit einem Outing.
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Groove#96
OSLO DISCO INFERNO
LINDSTRØM, PRINS THOMAS & TODD TERJE
Disco poppt immer wieder an den unwahrscheinlichsten Orten neu auf. Dreißig Jahre nach seiner Geburt diesmal in Oslo. Bei einem Ex-Model, einem Staatssekretär und einem Astrophysiker. Jeden kann es treffen. Bei diesen drei Herren ist Disco allerdings auch nur die eine Seite der Medaille. Eigentlich sind sie nämlich schon wieder stramm unterwegs in eine ganz andere Richtung – zum Strand von Ibiza. New Balearic? Keine Frage: In Oslo passiert was.
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Groove#95
INNER CIRCLE TOURISM
TIEFSCHWARZ
Immer sind sie hart an der Grenze – etwa der körperlichen Belastbarkeit. Der Marktsättigung durch Remix-Ausstoß. Aber auch der Grenze zwischen korrekter Underground-Autorenschaft und gewinnorientiertem Pop-Fabrikantentum. Dabei gondeln die Brüder Schwarz doch eigentlich nur durch die Welt wie nette deutsche Touris auf dem Weg zur nächsten Party – auf der sie dann auch noch selber auflegen dürfen. Weil sie das in letzter Zeit zunehmend separat erledigen, ist ein gemeinsames Treffen gar nicht so einfach zu arrangieren. Es klappte schließlich an einem Montagvormittag in Berlin, der Wahlheimat der beiden Stuttgarter, bei einer Afterhour am Ende der Milchstraße. Für Hauptstadtbummler ein Muss, Sonnenbrille unbedingt empfehlenswert!
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Groove#94
IDYLL AM RANDE DER GESELLSCHAFT
DJ KOZE
Als DJ Koze, Monaco Schranze, Adolf Noise oder Mitglied von International Pony produziert er freigeistigen Funk ebenso wie Ambient-Hörspiele oder Sägezahn-Techno. Aber Stefan Kozalla ist mehr als nur der frei fabulierende Wortwitz-Brother, der Chef-Rocker und die Partykanone, an die man bei seinen ganzen Projektnamen zunächst denkt. Das wird er ziemlich sicher im Sommer dieses Jahres mit seinem ersten DJ-Koze-Album auf Kompakt beweisen.
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Groove#93
IM MASH DER KULTUREN
M.I.A.
Als sie elf war, musste Maya Arulpragasam aus Sri Lanka flüchten. Heute veröffentlicht sie in London unter dem Namen M.I.A. unkategorisierbare Zwitterwesen aus HipHop, Dancehall, Electro, Grime, Favela-Funk und Reggaeton. Sie ist bildhübsch und hat ein Anliegen: zu zeigen, dass es Flüchtlingskinder wie sie gibt, die zwischen allen Kulturen sitzen. Die britische Presse dreht schon mal ordnungsgemäß durch.
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