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26.07.2010
Love Parade in Duisburg
Stimmen der DJs zum tragischen Ereignis

AUTOR: Sascha Uhlig

Die diesjährige Love Parade in Duisburg endete am Samstagnachmittag in einer Katastrophe. Nach einer Massenpanik im gerademal 16-Meter breiten Zugangstunnel auf dem Gelände am ehemaligen Güterbahnhof kamen 21 Menschen ums Leben, hunderte wurden verletzt.

Aus Sicherheitsgründen wurde die Love Parade allerdings zunächst fortgesetzt. Der britische DJ Mark Knight sagte der BBC: „Kurz bevor wir anfangen sollten, wurde uns gesagt, dass es einfach weitergehen müsse. Wir konnten nicht einfach aufhören, man hatte Angst vor noch größerer Panik.“ Auch laut Maximilian Lenz alias Westbam, der ebenfalls auf dem Festival spielen sollte, hätte die Polizei die Veranstalter gebeten, mit dem Programm fortzufahren, um das Unheil nicht größer werden zu lassen. Auf raveline.de berichtet er: „Im Gegenteil, es wäre wichtig, dass ich auch spiele. Ich überlegte. Ich wollte nicht verantwortlich dafür sein, dass noch mehr Menschen totgetrampelt werden. Aber dann dachte ich mir, wenn es nur um die Sicherheit ging, hätte man auch eine CD einlegen können. Aus meiner Sicht konnte es keinen positiven Aspekt mehr geben. Die Party durfte nicht weitergehen, deswegen entschloss ich mich, nicht dort aufzulegen.“

Nach und nach tauchen auf diversen Internet-Plattformen immer mehr Stimmen zum tragischen Ereignis auf: „Die Organisatoren sind zu verurteilen“, sagte Dr. Motte, welcher die Love Parade im Jahr 1989 die Love Parade in Berlin mit ins Leben rief. „Es ist ein Skandal, dass den Leuten nur ein Zugang zum Gelände gewährt wurde.“ Auch Monika Kruse, welche ebenfalls für die diesjährige Love Parade gebucht war, zeigt sich betroffen: „Ich bin noch immer geschockt, traurig und sprachlos. Ich sah tote Leute die weggetragen wurden als ich den Platz verließ. All mein Mitgefühl gilt ihren Familien und Freunden.“ Ebenso wie sie ließ auch Boyz Noise sein Mitgefühl über Twitter verlauten: „Ich fühle mich so verdammt traurig aufgrund dessen, was geschehen ist bei der Love Parade.“ Star-DJ David Guetta sagte seinen Auftritt ab: „Was heute passierte ist herzzerreißend und beispiellos. Ich werde nicht bei der Love Parade sein. Ich denke, dass meine Fans das verstehen werden. Wenn ihr da seid, bewegt euch langsam und sicher nach Hause. Mein aufrichtiges Beileid geht an alle Betroffenen.“

Auch Sebastian Schwarz vom DJ-Duo Tiefschwarz war auf der Love Parade. Er war der letzte DJ, der während der Katastrophe noch live auflegte. Nichts war, wie er es von den Love Parades in Berlin kannte. In der heutigen Ausgabe der SZ berichtet er: „Da konnte man ja immer nach links und rechts in den Tiergarten rausgrätschen, wenn es einem zu viel wurde. In Duisburg war das wie in einem Zoo.“ Um zehn nach sechs hörte Sebastian wie geplant mit dem Auflegen auf. „Als ich wieder vom Gelände fuhr, sah ich die Krankenwagen, und sie trugen einen Leichensack raus. Aber was passiert war, erfuhr ich erst später per SMS, per Telefon, aus dem Fernsehen.“

Es wird wohl lange Zeit dauern, bis sämtliche Fragen rund um das katastropahle Ereignis gekärt sind. Zum Beispiel warum es keinen zweiten Eingang gab, warum man alle Besucher durch einen Tunnel schleusen wollte, der nur sechzehn Meter breit ist. Der nur für Lastwagen unter 3,80 Meter zugelassen wurde – aber für eine Millionen Menschen. Fest steht jedoch auch, dass es keine zukünftigen Ausgaben der Love Parade mehr geben wird. Rainer Schaller, der Organisator der diesjährigen Love Parade, der zugleich CEO von McFit ist, sagte: „Die Love Parade war immer eine friedliche Veranstaltung und fröhliche Party. Aber sie wird für immer von diesem tragischen Ereigniss überschattet, sie kann daher nicht weiter stattfinden.“

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