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GROOVE PRÄSENTIERT Das CTM-Festival im Überblick


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„Noch nie zuvor hat so eine Vielzahl an faszinierender und aufregender Musik existiert [wie heute]“, schreiben die Veranstalter des Berliner Festivals für „abenteuerliche Musik und verwandte Künste“, CTM, in der Ankündigung für dessen 14. Ausgabe, die von 25.01. bis 03.02.2013 stattfindet. „Noch nie zuvor war die Kommunikation zwischen Künstlern und ihrem Publikum so direkt“, schreiben sie weiter, „und noch nie zuvor haben die Zuhörer so bereitwillig ihre Ohren geöffnet.“ Ein „Goldenes Zeitalter“ für elektronische und experimentelle Musik sehen die CTM-Macher heranbrechen und zumindest das Programm des Festivals scheint dem Rechnung zu tragen: Es quillt gerade zu über von interessanten, oft relevanten und manchmal auch abseitigen Konzerten, Ausstellungen und Partys. Wir haben den CTM-Programm-Dschungel ein wenig durchforstet und die spannendsten Termine herausgesucht.

 

MR-808 (Foto: Jürgen Lösel)Freitag, 25. Januar 2013

Drei Tage vor dem eigentlichen Festivalstart öffnet bereits die CTM-Ausstellung im Kunstquartier Bethanien ihre Tore. Zu sehen sind unter dem Motto „In That Weird Age“ Arbeiten, die sich mit dem Einschnitt der digitalen Revolution in die Musikgeschichte beschäftigen. Zu den spektakulärsten Installationen gehört dabei Lucas Albelas Vinyl Arcade, eine Rennbahn aus gebrauchten Schallplatten, über die ferngesteuerte Modellautos mit Tonabnehmern rasen. Zur Ausstellungseröffnung um 19 Uhr setzt die Dresdener Künstlergruppe Science Fiction Children ihren Musikroboter MR-080 (Bild links) in Aktion, eine Nachbildung der Drumcomputer-Legende Roland TR-808 mit klassischen Instrumenten in der Größe eines Wandschranks. Von Montag, den 28.01., bis Freitag, den 01.02., beherbergt das Kunstquartier auch die Workshop-Reihe MusicMakers Hacklab sowie Podiumsdiskussionen und Filmvorführungen im Rahmen des CTM-Tagesprogramms. Fast alle Veranstaltungen im Bethanien kosten keinen Eintritt!

Im Horst Krzbrg wird ab 23 Uhr für das eigentliche Festival vorgeglüht – mit einem thematischen Querschnitt durch das CTM-Programm zwischen Tanzfläche und Experiment und Auftritten von Mark Fell (als Sensate Focus), Ulf Eriksson und Rabih Beaini (Morphosis).

 

Matmos (Foto: James Thomas Marsh)Montag, 28. Januar

Recht übersichtlich, aber dafür mit einer Weltpremiere startet das Programm am Montag: Im Hebbel am Ufer führen die Konzept-Elektroniker von Matmos beim CTM-Eröffnungskonzert erstmals Material von ihrem neuen Album The Marriage of True Minds vor, für dessen Produktion sie mit Probanden Telepathie-Experimente durchführten. Zuvor präsentiert Uwe Schmidt alias Atom TM die Bühnenpremiere seines, zusammen mit Marc Behrens produzierten Hörspiels Bauteile, im Anschluss führt er – als Hommage an den kürzlich verstorbenen Pete Namlook – seine Ambient-Stücke unter dem Pseudonym Atom TXT auf.

 

Diamond Version (Foto: Lars Borges)Dienstag, 29. Januar

Am Dienstag nimmt das Tagesprogramm mit Workshops und Vorträgen im Bethanien erstmals richtig Fahrt auf. Abends wird im Hebbel am Ufer unter der Überschrift „Rave Undead I“ das Vermächtnis der Neunziger-Jahre-Rave-Auswüchse mit künstlerischen Mitteln verarbeitet: Zum Beispiel von Theo Burt, der mit Hilfe von automatisierten Prozessen Stücke von Produzenten wie Eric Prydz in Schnipsel zerlegt und neu zusammensetzt.

Die große audiovisuelle Show des Abends ist ab 20 Uhr im Berghain zu finden, wenn unter anderem das britische Drone-Techno-Duo Emptyset zusammen mit dem Joanie Lemercier vom Visual-Kollektiv AntiVJ auftritt und Carsten Nicolai und Olaf Bender (Bild links) mit Unterstützung des japanischen Lichtkünstlers Atsuhiro Ito die Deutschland-Premiere ihres neuen Projektes Diamond Version feiern.

 

Pantha Du Prince & The Bell Laboratory (Foto: Katja Ruge)Mittwoch, 30. Januar

Im HAU findet das erste von zwei Konzerten des Glockenspielensembles The Bell Laboratory zusammen mit Pantha Du Prince (Bild rechts) statt. Im Berghain beginnt zur gleichen Zeit die Labelnacht von PAN Records, dem im vergangenen Jahr das Kunststück gelang, mit größtenteils experimenteller Tanzmusik auf Platz drei der Label-Bestenliste des Onlineportals Resident Advisor zu landen. Es spielen unter anderen Florian Hecker, Lee Gamble und Heatsick.

 

Donnerstag, 31. Januar

Der Konzertabend im Berghain steht an diesem Tag unter dem Zeichen der Synthesizer-Klänge, die in den Avantgarde-Pop-Entwürfen aller auftretenden Künstler eine Rolle spielen. Neben dem britischen Beatfuturisten Kuedo und dem kanadischen Synthie-Esoteriker d’Eon ist auch die amerikanische Komponistin Holly Herndon zu hören, die Ende 2012 ein großartiges Album für RVNG Intl. vorlegte.

 

Dean BluntFreitag, 01. Februar

Am Freitag empfiehlt sich zuerst ein Abstecher ins Bethanien, wo Steve Goodman, Felix Denk, Johnnie Stieler und andere jeweils über die glorreichen Rave-Zeiten der Neunziger in London und Berlin diskutieren. Ordentlich verstrahlten DIY-Weirdness-Pop gibt es anschließend bei Dean Blunt (Bild) und Sal Mineo (Xiu Xiu & Eugene S. Robinson) im HAU, bevor es in die Berghain Kantine zur großen Maschinenpark-Jamsession mit Sam Barker, Lando Kal, Tim Exile und vielen anderen geht. Das unterschwellige Zombie-Rave-Thema des Festivals wird schließlich im Berghain mit Leuchtstäben, Sirenen und Trillerpfeifen auf die Spitze getrieben, wenn Mark Archer (Altern-8), Shed, EVOL (Motto: „Computer music for hooligans“) und andere die Funktion-One-Anlage bis zur Schmerzgrenze auf ihre Belastbarkeit mit Amen Breaks hin austesten. Wem das zuviel des Wahnsinns wird, kann auch in die Panorama Bar zu DJ Sprinkles und Shackleton ausweichen.

 

Skream (Foto: Shaun Bloodworth)Samstag, 02. Februar

Nach dem Hardcore-Ausflug in die Vergangenheit am Vorabend steht nun die in unzählige Subgenres wie Dubstep, Outsider House, Trap oder Footwork aufgesplitterte Rave-Gegenwart im Fokus der samstäglichen Feierei im Stattbad Wedding. Dabei stehen so große Namen wie Skream (Bild), Simian Mobile Disco, Mykki Blanco und Alec Empire in Versalien auf den wildgeklebten Plakaten. Zuvor lohnen auch Ausflüge ins Funkhaus Nalepastraße, wo dem DDR-Synthesizer Subharchord ein ganzer Nachmittag gewidmet wird, und zum Haus der Kulturen der Welt, wo Demdike Stare und Gatekeeper die Zukunft mit audiovisuellen Sets zu 3D-Animationen und Bildern des Comiczeichners Moebius zelebrieren.

 

Sonntag, 03. Februar

Sunn O)))Für die rituelle Teufelsaustreibung beim Abschlusskonzert im Astra könnte es keine besseren Headliner als die Drone-Metal-Pioniere Sunn O))) geben, die das CTM-Festival unter ihren Mönchskutten mit einem ordentlichen Feedback-Gewitter ausklingen lassen.

 


Stream: Rdio-PlaylistCTM-Festival 2013

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