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MUSIKZIMMER Berlin (Teil zwei)


Musikzimmer Berlin (Teil zwei)

Produktion & Interviews: Heiko Hoffmann, Fotos: Ragnar Schmuck
Erstmals erschienen in GROOVE 126 (September/Oktober 2010)

DANIEL WANG (Berlin-Friedrichshain), Größe der Plattensammlung: circa 3000

„Ich wohne seit einem Jahr in einer DDR-Plattenbau-Wohnung aus den sechziger Jahren. Leider ist die Wohnung noch immer eine Baustelle. Die Wand etwa muss noch gestrichen werden, die Styropordämmung, die auf dem Boden liegt, muss noch angebracht werden, und die Neonröhren gehören eigentlich an die Decke. Meine Plattensammlung ist auf der gegenüberliegenden Wand, die man auf dem Foto nicht sieht. Seit etwa fünf Jahren interessiere ich mich sehr für Pflanzen, auf meinem Balkon stehen noch einige mehr. Die vier Boxen habe ich zum einen, weil mir der Klang so besser gefällt, zum anderen aber auch, weil ich die unteren Lautsprecher – aus den Siebzigern von dem deutschen Hersteller SABA – für wenig Geld auf einem Trödelmarkt gefunden habe und sie einfach mitnehmen musste. Auch die Salsoul-Jacke stammt von einem Second-Hand-Laden und kostete zehn Dollar. Ich hatte schon jahrelang die Platten dieses Funk- und Discolabels gesammelt, da musste ich natürlich auch die Jacke haben.“

 


 

MODESELEKTOR (Gernot Bronsert) (Berlin-Prenzlauer Berg), Größe der Plattensammlung: circa 3000

„Bis vor Kurzem war das gar kein Zimmer, sondern ein Flur, der zum Balkon führte. Die Wand mit der Tür und den Fenstern hab ich erst kürzlich einziehen lassen. Jetzt dient der Raum als Studio, wenn ich zu Hause eine Idee für einen Track habe oder meine Ruhe brauche. Es gibt aber auch noch ein richtiges Modeselektor-Studio. Obwohl wir als Modeselektor schon lange nicht mehr auflegen, kaufe ich noch regelmäßig Platten, fast immer im Hard Wax, wo ich auch mal gearbeitet habe. Zum einen, weil ich mich auf dem Laufenden halten will, zum anderen, weil ich einfach auf Vinyl und neue Whitelabels stehe. Das Regal stammt von dem Berliner Möbelbauer Möbel Horzon. Ich habe schon drei Standardregale von ihm, aber dieses habe ich auf Maß anfertigen lassen, damit der Platz in dem kleinen Raum bestmöglich ausgenutzt wird. Das Skateboard ist von The Designers Republic gestaltet, ich hab es bei unserer ersten US-Tour geschenkt bekommen. Als ich es dann zu Hause ausprobierte, habe ich mir prompt die Hand gebrochen.“

 


 

RADIO SLAVE (Berlin-Kreuzberg), Größe der Plattensammlung: zwischen 5000 und 8000

„Mein Plattenschrank besteht aus den Ikea-Standardregalen Expedit. Ich glaube, insgesamt verteilt sich die Sammlung über neun Regale, die ich zur Decke hin noch mit Modulen aus dem Baumarkt erweitert habe. Meine Wohnung war vorher mal das Büro einer Firma gewesen, ich habe also das Glück, dass der Grundriss gut zu einer großen Plattensammlung und einem Musikstudio passt. Die Daft-Punk-Vinylfiguren habe ich direkt von ihrem ehemaligen Manager Pedro Winter gekauft, sie sind auf hundert Stück limitiert. Ich sammele viele Dinge. Neben Platten und diesen Vinyltoys zum Beispiel auch Schwarzlicht-Poster aus den Sechzigern und Siebzigern. Beispielsweise das Poster, das man auf dem Foto sieht: ein seltenes Schwarzlicht-Poster des Musicals Jesus Christ Superstar.“

 


 

JESSE ROSE (Berlin-Prenzlauer Berg), Größe der Plattensammlung: circa 10000

„Meine Plattensammlung befindet sich in London, in Glastonbury und in meiner Berliner Wohnung. Eigentlich habe ich ein eigenes Musikzimmer, in dem sich auch der Großteil meiner Plattensammlung in Kisten befindet. Aber da darf ich nach Beschwerden von meinem Nachbarn keine laute Musik mehr hören. Also benutze ich dazu diesen Raum, der eigentlich als Esszimmer gedacht war. Die vier CD-Player verwende ich zum Beispiel, um Mixe für Radiosendungen zu produzieren – zwei CD-Player zum Mixen und zwei für Effekte oder Acapellas. Den Plattenspieler nutze ich vor allem zum Anhören von Alben. Zum Auflegen benutze ich hingegen CDs oder bei Sets von Black Rose – meinem Projekt mit Henrik Schwarz – auch nur einen USB-Stick. Das Keith-Haring-Poster ist ein Geschenk von Matt Edwards alias Radio Slave. Er hat es von einem Auftritt beim Montreux-Jazzfestival mitgebracht. Mit Matt teile ich auch meine Sammelleidenschaft für Vinyltoys von Kaws.“

 


 

HENRIK SCHWARZ (Berlin-Kreuzberg), Größe der Plattensammlung: circa 10000

„Das Zimmer ist zur Hälfte Wohnzimmer und zur Hälfte Studio. Meine Platten sind auf andere Räume verteilt. Ich lege zwar schon seit einigen Jahren keine Platten mehr auf, kaufe aber immer noch Vinyl. Allerdings nicht mehr DJ-Futter, sondern eher Alben zum Durchhören. Den großen Tisch hatte ich schon, als ich noch hauptberuflich als Grafikdesigner gearbeitet habe. Die Gitarre ist meine neuste Anschaffung. Mal sehen, was daraus wird. Momentan spiele ich ein paar Akkorde und sample sie dann. Das blaue Spielzeug-Auto links bei der Tür gehört meinen Kindern. Der Raum wird nämlich auch noch gern als Spielzimmer genutzt.“

GROOVE 161

Mit unserer großen Titelstory anlässlich des 40. Geburtstags der Maxi-Single, einem 14-seitigen Special zu arabischer Clubmusik, der exklusiven Mix-CD von Job Jobse uvm.

GROOVE-Charts

Diesen Monat charten unsere DJs am liebsten Techno – und natürlich Radiohead, everybody’s darling.

The Peacock Society

Das Pariser Festival fährt ein Line-Up erster Sahne auf: Auf den Baba, Garnier, Helena Hauff und gut 50 weitere können wir uns freuen. Wir verlosen Tickets!

Jeroen Search

The Dutch producer bids Len Faki’s sublabel farewell with a list of the strongest cuts from its seven years. You can also hear Jeroen Search’s new track „Tensile Force“.

Sacred Ground 2016

Das Sacred Ground von Ry X und Frank Wiedemann? Ein Trüffelbuffet unter den Dosenravioli-Raves. Die Tickets gehen zur Neige, wir verlosen noch welche!

Job Jobse über seinen exklusiven DJ-Mix

Wenn Job Jobse irgendwann seinen Führerschein macht, wird er seine erste eigene Mix-CD auf Probefahrt nehmen. Ihr könnt jetzt zuhause reinhören.

Rampue

Rampue fing klein an und kam groß raus. Am 31. Juli spielt er auf dem Th!nk? Festival und stimmt uns mit einem exklusiven Mix darauf ein.

Monochord

Abstrakt und doch lebendig: Das neue Monochord-Video wird euch mit einem wohligen Gefühl von Zufriedenheit hinterlassen. Garantiert.

Omnitronic SPB-4BT

Ein robustes Partytierchen unter den Outdoorsystemen: Das kompakte Omnitronic SPB-4BT hält lange durch und ziemlich jedem Wetter Stand. Wir verlosen ein Exemplar!

Secret Solstice 2016

Warum kommt aus Island so viel gute Musik? Kristoffer Cornils weiß es immer noch nicht. Dafür aber, warum eine Reise dorthin lohnt. Insbesondere zum Secret Solstice.

KUF

Das Trio KUF setzt sich aus Handarbeitern und Stimmzerstücklern zusammen. Einen Mix ihres am Freitag erscheinenden Albums könnt ihr exklusiv bei uns hören.

Kiasmos

Kiasmos‘ nächstes Berlin-Konzert wird ein bisschen anders als sonst und ohne Übertreibung einmalig. Tickets haben wir.

Weather Festival 2016

Stehpissoirs auf dem Ambient-Floor, leere Dancefloors und überall Techno, Techno und, ach ja, Techno. Gregor Wildermann zweifelte beim Weather Festival an allem.